Auch wenn sich der Winter der letzten Tage schon wieder zurückgezogen hat und es so scheint, als ob alle Straßen wieder gut befahrbar sind, gibt es immer noch Verzögerungen in Teilbereichen der Müllabfuhr. Einerseits konnten bis heute noch nicht alle Touren nachgefahren werden, die in der letzten Woche wegen Problemen durch Eis, Schnee und Matsch nicht abgeschlossen wurden – so müssen die Nachabfuhren zusätzlich zu dem normalen Abfuhrbetrieb in den Städten und Gemeinden der aktuellen Tage erledigt werden. Andererseits gibt es immer noch Probleme durch nicht oder nicht ausreichend geräumte Straßen in den höheren Lagen des Landkreises, die wie in den Medien berichtet neben kleineren Arbeitsunfällen inzwischen auch zu einem schweren Unfall eines Entsorgungsfahrzeuges führten. Dieses war auf glattem Untergrund eine abschüssige Straße rückwärts heruntergerutscht und dann seitlich einen Hang hinuntergestürzt. Glücklicherweise erlitt das Abfuhrpersonal nur leichte Verletzungen, der Sachschaden jedoch ist immens, andere Personen oder Fahrzeuge wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. In der Folge fällt das Fahrzeug aber für die vorgesehenen Touren der nächsten Tage aus, so dass sich insbesondere bei den anstehenden Leerungsterminen der Gelben Tonne kurzfristig weiterhin Verzögerungen ergeben können.
Die Entsorgungsunternehmen tun ihr Möglichstes, um auch bei widrigen Witterungsbedingungen ihren Auftrag zu erledigen und dort, wo es Probleme gab, durch den Einsatz zusätzlicher Kapazitäten oder der Nutzung von Samstagen bestmöglich nachzuarbeiten. Auch wenn die Räumdienste ihr Bestes tun, können sie unmöglich alle einzelnen Straßen und Wege gleichzeitig räumen. Die Müllfahrzeuge müssen dann entsprechend warten, bis die Räumdienste nachziehen, können solange nur bereits geräumte Bereiche entsorgen und müssen die Ortsteile oft mehrfach anfahren. All dies kostet Zeit, die für die Sammlung an diesen Tagen dann fehlt, so dass nicht alle Leerungen planmäßig erfolgen können. Besonders problematisch ist die Situation oft in kleineren Nebenstraßen mit Gefälle- bzw. Steigungsstrecken. Die Entsorgungsfahrzeuge müssen an jeder Mülltonne anhalten und wieder anfahren. Bei Glätte gelingt es dann selbst bei geringen Steigungen oft nicht mehr, ein teils über 20 Tonnen schweres Fahrzeug wieder in Bewegung zu setzen oder bei Gefälleverhältnissen rechtzeitig zum Stehen zu bringen, so dass das Fahrzeug dann unkontrolliert ins Rutschen gerät und kaum mehr steuerbar ist. Besonders heikel ist die Situation bei überfrorener Nässe auf leicht schneebedeckten Straße, da dies oft nicht zu erkennen ist. Müllfahrzeuge können und dürfen auf Grund ihrer Gewichte und Fahrzeugtechnik nicht alle Straßen befahren, die für einen PKW möglicherweise noch zu befahren sind.
Die Fahrer haben insofern eine hohe Verantwortung, weil sie in jedem Einzelfall entscheiden müssen, ob sie eine Straße befahren können oder nach den berufsgenossenschaftlichen und versicherungsrechtlichen Vorgaben überhaupt befahren dürfen. Die Vermeidung von Gefahren für Leben und Gesundheit oder von Sachschäden an Fahrzeugen, Gebäuden oder sonstigen Einrichtungen ist genauso wie die Vermeidung weitreichender Ausfälle von Folgetouren durch steckengebliebene oder verunfallte Müllfahrzeuge in jedem Falle wichtiger als die Forderung nach einer risikoreichen pünktlichen Leerung einzelner Müllgefäße an dem vorgesehenen Abfuhrtag.
Viele Bürgerinnen und Bürger haben dankenswerter Weise Verständnis für diese besonderen Situationen mit hohem Gefährdungspotential. Allerdings erreichen die Entsorgungsunternehmen und Städte und Gemeinden auch in solchen Situationen mit besonderen Herausforderungen noch eine Vielzahl an Beschwerden und nachhaltige Forderungen nach einer unverzüglichen Leerung der Müllgefäße. Vielen ist nicht bewusst, dass sich die Entsorgungstouren der Fahrzeuge über das gesamte Landkreisgebiet mit Gemeinden in sehr unterschiedlichen Lagen erstrecken. Auch wenn in einzelnen Gemeinden keine erkennbaren Behinderungen durch Eis- oder Schneeglätte bestehen, sind sie dennoch von den Verschiebungen und Behinderungen betroffen, wenn die Fahrzeuge in anderen Gemeinden wegen Glätte nur schwer vorankommen, liegenbleiben oder sogar ausfallen. Nicht immer ist eine Nachholung wegen anhaltender ungünstiger Witterungsbedingungen oder dem jeweiligen Ausmaß der nachzuholenden Leistungen unmittelbar am Folgetag möglich. Dies kann sich je nach Ausmaß der Behinderungen durchaus über mehrere Tage bis hin zu über einer Woche hinziehen, da die Nacharbeiten zusätzlich zu den aktuell stattfindenden Abfuhrtouren erledigt werden müssen. In der Vergangenheit ist es fast ausnahmslos gelungen, die Leerungen noch nachzuholen oder durch andere Maßnahmen auszugleichen. Lediglich in wenigen Ausnahmefällen konnte eine Nachleerung nicht mehr erfolgen. Es wäre wünschenswert, wenn in solchen besonderen Situationen mehr Verständnis für die Situation und Akzeptanz für verspätetet Leerungen aufgebracht werden könnte. Die Dispositionen der Entsorgungsunternehmen tun ihr Möglichstes, in solchen Situationen den Einsatz ihrer Fahrzeuge in jeder Stadt und Gemeinde entsprechend der jeweils aktuellen Bedingungen vor Ort zu steuern, so dass möglichst große Bereiche planmäßig abgedeckt werden können und der Nachholbedarf auf das unbedingt nötige Ausmaß reduziert werden und dann möglichst zeitnah nachgeholt werden kann.
