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Seniorenfahrt

Fahrt führte 2011 nach Würzburg

Die diesjährige Seniorenfahrt der Gemeinde Rasdorf führte unter Leitung von Bürgermeister Berthold Körbel am Dienstag, 6. September in die fränkische Metropole Würzburg.

Aus den Ortsteilen Rasdorf und Setzelbach konnte Bürgermeister Körbel hierzu 45 Teilnehmer willkommen heißen.

Mit einem Reisebus des Omnibusbetriebs Rhönsegler aus Kaltennordheim führte die Fahrt von Rasdorf über Hünfeld und die Autobahn A7 nach Würzburg zur Fürstbischöflichen Residenz. Eine versierte Führerin der Residenzverwaltung unternahm mit den Seniorinnen und Senioren einen Rundgang durch die Räume eines Flügels der Residenz. Die Teilnehmer erfuhren dabei, dass die Würzburger Residenz unter dem damaligen Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn nach den Plänen des damals noch weitgehend unbekannten Baumeisters Balthasar Neumann im Jahr 1720 begonnen und mit Unterbrechungen in insgesamt 24jähriger Bauzeit fertig gestellt wurde. Unter Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads Herrschaft beteiligten sich an der Innenausstattung mit Fresken und Stuckaturen unter anderem der Künstler und Maler Giovanni Battista Tiepolo, der in nur 3jähriger Arbeit das Treppenhaus mit dem größten zusammenhängenden Deckenfresko der Welt schuf, auf dem die 4 Erdteile Asien, Amerika, Afrika und Europa dargestellt sind. Unter dem nächsten Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim wird die Residenz fertig ausgestaltet und der Garten bekommt seine heutige Form. Anfang des 19. Jahrhunderts wird an Stelle des schmiedeeisernen Ehrenhofgitters der jetzige Frankoniabrunnen durch die Stadt Würzburg zu Ehren des 1821 in der Residenz geborenen Prinzregenten Luitpold errichtet.
Heute ist die Residenz vornehmlich ein Museum mit über 40 wiederhergestellten Räumen, welches ganzjährig zu besichtigen ist. Darüber hinaus beherbergt es Teile der Universität, die Galerien und Antikensammlungen des Martin von Wagner Museums, einen Teil des Staatsarchivs sowie die Verwaltung. Alljährlich im Juli findet das Mozartfest dort statt.

Nach dieser Führung stärkte sich die Reisegruppe in der Residenzgaststätte mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, bevor sie am Frankonia Brunnen durch Altkellermeister Helmut Brönner zur Besichtigung des Staatlichen Hofkellers abgeholt wurde, der sich unter dem Residenzgebäude befindet. Im Rahmen der Führung wies der Altkellermeister darauf hin, dass es sich bei dem staatlichen Hofkeller Würzburg mit 4557 qm um den größten Weinkeller Europas handelt. Der berühmte Baumeister Balthasar Neumann konstruierte die Gewölbe mit ihren bis zu 5 m dicken Mauern gemeinsam mit dem oberirdischen Bau 1720 – 1744. Der Hofkeller selbst geht auf eine Schenkungsurkunde des Würzburger Bischofs Embrico aus dem Jahr 1128 zurück und ist damit das älteste urkundlich belegte Weingut in Deutschland, das sich seit der Gründung ohne Unterbrechung im Besitz der jeweiligen regierenden Macht befindet.

Der fürstbischöfliche Weinbau hat Bestand bis zur Säkularisation; 1814 fällt der gesamte Weinbergbesitz an die bayerische Krone, der Keller nennt sich fortan „Königlich bayerischer Hofkeller“. Das Ende der Monarchie in Bayern 1918 leitet über zum selbstständigen bayerischen Staatsweingut „Staatlicher Hofkeller Würzburg“. Mit einer Rebfläche von 120 ha in ganz Franken und einer Jahresproduktion von etwa 850.000 Flaschen zählt es zu den großen Weingütern in Deutschland. Während sich das Lager mit den modernen Stahltanks unter dem Südflügel befindet, besuchte der Altkellermeister mit den Rasdorfer Seniorinnen und Senioren den Holzfasskeller unter dem Nordflügel. In den dortigen Eicheholzfässern wird heute kein Wein mehr eingelagert, trotzdem stellen die Fässer ein erhebliches Vermögen dar. Die Herstellungskosten eines 7.500 l Eichenholzfasses habe vor 40 Jahren bereits ca. 45.000,00 DM betragen. Allein im berühmten Stückfasskeller befinden sich 100 Holzfässer zu je 1.200 l.

Nachdem sich die Teilnehmer mit einem Glas Riesling gestärkt hatten, setzte die Seniorengruppe die Fahrt zum Bad Brückenauer Stadtteil Volkers fort. Hier stand als vorletzte Station ein Besuch in der Wallfahrtskapelle am Volkersberg an, wo Pfarrer Rudolf Zeller mit der Reisegruppe eine kurze Andacht abhielt.

Anschließend suchte die Gruppe ihr letztes Reiseziel, die unweit entfernt gelegene Gaststätte „Zum Biber“ im Mottener Ortsteil Speicherz auf, wo man durch die Inhaber Harald und Gerd Ziegler herzlich willkommen geheißen wurde. Dort ließ man beim warmen Büfett und erfrischenden Getränken den diesjährigen Seniorenausflug der Gemeinde Rasdorf in froher Runde ausklingen. Bevor die Heimreise nach Rasdorf angetreten wurde, überreichte Bürgermeister Körbel noch der ältesten weiblichen Teilnehmerin und dem ältesten männlichen Teilnehmer des Ausflugs ein kleines Erinnerungspräsent.
In diesem Jahr war dies erneut die 86jährige Rosa Neidhart sowie der 80jährige Hans Orzechowski. Beide Senioren wohnen im Ortsteil Rasdorf.