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Stiffoller Jägertreffen in Himesháza/Nimmersch

Jagd bei Freunden – gelebte Partnerschaft
In der Rasdorfer Partnergemeinde Nimmersch weilten bei der dortigen Jagdgemeinschaft - die ein Revier von ca. 4.000 ha bewirtschaftet – auf Einladung des Jägermeisters Peter Hohmann – Jäger aus dem Fuldaer Land.
Aufgrund von vorangegangenen geschichtlichen Forschungen besuchte Wendelin Priller 1982 erstmals das Stiffoller Gebiet und Himesháza. Danach entwickelten sich vielfältige Kontakte zwischen Bewohnern des Fuldaer Landes und der südungarischen Gemeinde, die u. a. im Jahre 1989 zu der Gemeindepartnerschaft zwischen Nimmersch und Rasdorf führten.
Die Organisation der diesjährigen Jagdreise und des „Stiffoller Jägertreffens“ erfolgte durch Wendelin Priller.

Teilnehmende Jäger aus Rasdorf waren:
Albrecht und Matthias Förster
Willi Klee
Wendelin Priller
Markus Wald.

Neben den Rasdorfer Jägern waren noch weitere Jäger aus dem Fuldaer Land zur Hirschjagd eingeladen:
Reinhold Günther und Thomas Storch aus der Gemeinde Ebersburg
Albert Post aus Müs und
Alexander Schäfer aus Schweben.

Es kam so zu einem mehrtägigen Stiffoller Treffen mit vielfältigen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung und Jägerschaft. Die Jäger nahmen an einem Sonntagsgottesdienst teil und waren zu Besuch bei dem Ortspfarrer Josef Erb (stammt aus Mutsching, einem Stiffoller Dorf) im Pfarrhaus.
Wendelin Priller überreichte dem sehr interessierten Pfarrer Erb die Rasdorfer Jagdchronik.
Neben den gemeinsamen jagdlichen Aktivitäten war ein Kulturprogramm vorgesehen mit Besuchen in Fünfkirchen, Mohas und Údvar an der kroatischen Grenze mit Besichtigung der ungarischen Grenzsicherungsanlagen. Ein weiterer Besuch galt dem privaten Land- und Forstwirtschaftsbetrieb in Bóly/Deutsch-Bohl. Die Größe des Betriebes beträgt rund 40.000 ha. Der Besitz gehörte bis 1918 dem Fürst Alfred von Montenuovo.
Es fand u. a. ein Gespräch mit dem Jagd- und Forstdirektor Peter Féher über die Jagdausübung in einem Revier, in dem die „weltsstärksten Hirsche“ zu Strecke kommen, statt.
Bóly/Deutsch-Bohl wird ebenfalls zu den von Fuldaern besiedelten Ortschaften gezählt und gilt als „Stiffoller Dorf“.
Ein Besuch des bekannten Weinortes Villány/Wieland und in dem Nimmerscher Weinkeller von Peter Hess gehörte ebenso zu dem Kulturprogramm.
Das Ziel der Reise war es, der heimischen Jägerschaft bei der Erfüllung ihres Abschussplanes für Rotwild behilflich zu sein sowie die Pflege der Gemeindepartnerschaft. Bedingt durch Veränderungen in der Landwirtschaft gehört in dem Nimmerscher Revier das Rotwild zu den Gewinnern in der Kulturlandschaft und versursacht hohe Wildschäden an den Feldfrüchten.
Die Rasdorfer Jäger sprachen eine Einladung gegenüber den Nimmerschern Jägern aus zur Teilnahme an der revierübergreifenden Jagd im Dezember, bei der es um die Schwarzwildreduktion geht.

Das Motto war „Jagd bei Freunden – gelebte Partnerschaft“ auch im jagdlichen Bereich.
Eine Gemeindepartnerschaft funktioniert nur, wenn sie von allen Bevölkerungsschichten getragen wird und wie bei den Jägern auch nicht örtlich begrenzt ist, sondern sich auch über den Landkreis erstreckt.